Hier liest einer – Kulturchrist und »Gast in der deutschen Sprache« (Franz Kafka) – die biblischen Szenen neu, fasziniert und entsetzt von den Lücken im alten Text. 
— Volker Braun

Jean-Paul Barbe

JEAN-PAUL BARBE, Jahrgang 1939, war als Germanist an französischen Universitäten tätig. Er lebt in Berlin und Nantes, wo er das „Centre Culturel Franco-Allemand“ gründete. Er arbeitet als Übersetzer vom Deutschen ins Französische. Als Autor veröffentlichte er drei Romane bei französischen Verlagen, sowie das deutsche Buch Events in Kuhschnappel. 

Wer vermutete, dass Lilith, die Ex von Adam, Eva, die Neue, beriet ? Wer kennt Seera, die eine Stadt in der Wüste erbaute? Wer wusste, was aus den "fremden Frauen" wurde,  als ihre Männer sie verstossen mussten?  Sie alle erwähnt das Alte Testament, und Jean-Paul Barbe hat ihre Geschichten fortgeschrieben.

Jean-Paul Barbe, ein Professor und "Kulturchrist" aus Frankreich, hat vor ein paar Jahren die Bibel für sich entdeckt, und die Schattenexistenzen der totgeschwiegenen Frauen faszinierten ihn. «Der Unheilige Schrieb« ist der Versuch, sich ihnen zu nähern, in einer Sprache, die sich bewusst an Luther anlehnt. Jean-Paul Barbe — schreibt der Autor Volker Braun — "nimmt sich der »Übergangenen« an, der flüchtig erwähnten oder namenlosen Frauen im Alten Testament. Er spinnt ihre verschwiegnen Geschichten fort, rein und unrein nicht trennend. In den Unzulänglichkeiten und Misstönen will seine Kontrafaktur eine Gedankenwelt entdecken, eine unerkannte Dimension der Erfahrung."

Ein Unheiliger Schrieb


Widerrede der

übergangenen Frauen: Zwischen den Zeilen der Luther-Bibel


Jean-Paul Barbe